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Zur Glosse Knight Rider (26.8.)

26/08/13 Das "Wir" des Herrn Vettel und das Verständnis des Herrn Thuswaldners? Der Herr Rezensent Thuswaldner hat wohl zu viel Fernsehserien gesehen und zu wenig in der zeitgenössischen Unternehmenskultur gestöbert?
Wenn Herr Vettel von "wir" spricht, so meint der nicht KITT, sondern bedankt sich bei all den zahlreichen Mitarbeitern des Rennstalls, die zum Sieg oder zumindest zum Rennerfolg beigetragen haben! Das moderne Unternehmen beruht nicht mehr auf geniale Einzelleistungen von Rezensenten, sondern baut auf die Gemeinschaftsleistung der Führungskräfte und Mitarbeiter auf - und das war in den Dombauhütten vom Mittelalter bis in die Gegenwart (siehe Dresden) nicht anders (auch wenn meist nur einer genannt wird - und Pferd und Reiter sind auch eine Einheit, wenn sie am Parcour auftreten).
Hubert Regner

Zur Glosse Knight Rider (26.8.)

26/08/13 Sebastian Vettel zeigt doch Herz & Emotion! Schlusssatz Ihrer Glosse:  „So viel bekannt ist, küsst Vettel seinen Boliden nicht.“
„Aber gestreichelt hat er Ihn, seinen Boliden!“ (und zwar muss es dem [Boliden] nachgerade schaurig angenehm über den Rücken gelaufen sein, nachdem er [Vettel] nach dem Aussteigen mit größter Inbrunst seine behandschuhten Finger über den Aufbau hinterm Cockpit gleiten ließ. Parallelen zu Herbie nicht abzuleugnen)
Wolfgang Muß, Salzburg

Zur Schauspielbesprechung Die Glücksfee Angela Merkel und ihr EU-Theater (2.8.)

02/08/13 Bei einer von Ihnen vor vielen Jahren rezensierten Aufführung von Rossinis „Reise nach Reims“ an der Wiener Staatsoper habe ich Ihnen mit Vehemenz und einer Ihren Ausführungen adäquaten Schärfe, widersprochen.
Beim guten Lumpazivagabundus bin ich auch über weite Strecken nicht Ihrer Meinung jedoch und dies  wahrscheinlich altersbedingt, sanfter geworden und möchte Sie nur fragen, ob Ihre Formulierung, dass sich die Besucher „bereitwillig intellektuell unterfordern“ ließen, vielleicht darauf zurückzuführen ist, dass ganz einfach ein Bedarf danach besteht, auf gar nicht so niedrigem und durchaus oftmals auf nestroygerechtem Niveau, immerhin sind es höchst anerkannte Schauspieler die dabei agieren, unterhalten zu werden.
Ich kann mir im Zusammenhang damit ganz einfach nicht vorstellen, dass das Generalproben- und Premierenpublikum bereit gewesen wäre, seine intellektuellen Ansprüche im Kollektiv zurückzunehmen, nur um dem Leading-Team dieser Aufführung Freude zu bereiten.
Lassen Sie es doch zu, dass Menschen, die es sonst durchaus zu schätzen wissen, einem höchst anspruchsvollen kulturellen Geschehen mit Freude und Bewunderung beizuwohnen, einmal durch derlei Darbietungen ihren Emotionen freien Lauf zu lassen. Ich bin überzeugt davon, dass Nestroy Verständnis dafür gehabt hätte.
Gestatten Sie mir doch noch eine kleine Bosheit wenn ich Sie frage, ob berufsbedingt jahraus, jahrein mit kulturellen Veranstaltungen befasste Journalisten es gar nicht mehr in den Sinn kommt, sich von ihren hohen kulturellen und intellektuellen Ansprüchen gerecht werdenden Produktionen unterhalten zu lassen. Dies wäre eigentlich schade, oder?
Friedl Bahner

Zur Hintergrund-Geschichte Von Kulturhauptstadt zu Kulturhauptstadt (11.7.)

 

11/07/13 Es ist in hohem Maß eigenartig, dass ausgerechnet dann, wenn sich zumindest viele (wenn nicht sogar beinahe alle?!) der sog. 'Freien' der Salzburger Kunst- und Kulturszene einig sind, dass dieser 'Kunst-Igel' für Salzburgs Kunst- und Kulturschaffende eine hypertrophe Fehlinvestition war, darüber hinaus wertvolle Steuergelder verschlingt (dem Vernehmen nach jedes Mal Auf- und Abbau € 30000), man sich gerade anschickt, den neuen Kulturlandesrat zu bitten, kein Steuergeld (welches für viele 'Freie' das Überleben sichern würde) mehr für dieses Ding auszugeben, dass also ausgerechnet jetzt dieser 'Igel' für einen Preis nominiert wird. Da schau her, was es so an Zufällen geben kann!
Es mag schon sein, dass dieser 'Kunst-Igel' von architektonischem Interesse, vielleicht sogar eines Preises für würdig befunden werden kann. Doch ändert das nichts an der Tatsache, dass dem Vernehmen nach - und ich habe mit vielen Künstlern und kulturellen Institutionen Kontakt - landauf landab dieser 'Kunst-Igel' von so gut wie allen, denen bzw. deren Aktionen/Aufführungen/Präsentationen er angeblich zugedacht war, als unbrauchbar und zu teuer abgelehnt wird.
Daher: Wer immer sich dieses Igels annehmen und ihn wofür und wo auch immer aufstellen möchte, soll die Lager-, Transport- und Auf- sowie Abbaukosten dafür selbst tragen. Was sich das Land Salzburg dadurch erspart, soll umgehend Salzburger Künstlerinnen und Künstlern sowie kleinen Kunst- und Kulturverbänden zugute kommen.
Wolfgang Danzmayr
Komponist, Dirigent, Autor / ehem. Kulturleiter im ORF Salzburg

Zum Kommentar Arme Musik-Bildungsbürger? (27.6.)

30/06/13 Vielen Dank, dass Sie in Ihrem Kommentar zum Konflikt zwischen der Salzburger Liedertafel und der Internationalen Stiftung Mozarteum anmerken, dass sich der jetzige künstlerische Leiter der Liedertafel, Ar?nas Pe?iulis, „mächtig ins Zeug legt und in den vergangenen Jahren gute Konzerte zustande gebracht hat.“
Genau damit sprechen Sie uns aus der Seele – und nennen gleichzeitig den Grund, warum die Liedertafel als „altehrwürdige Institution“ eben nicht ausgedient hat: In ihrem Nachwuchs-Ensemble, dem Kammerchor, wird seit über einem Jahr Chormusik auf hohem musikalischen Niveau einstudiert und bisher unbekannte Chorliteratur wie z.B. litauische Passionsmusik aufgeführt. Soeben wurden wir vom Rektor der Musikhochschule Dresden und Präsidenten des dt. Konzertchöre-Verbands zu einem Auftritt bei den Musikfestspielen Dresden im Mai nächsten Jahres eingeladen. Zusätzlich treten wir gemeinsam mit den Mitgliedern des Liedertafel-Stammchores auf (zuletzt am 21. Juni mit dem Los Angeles Children’s Choir in St. Blasius) und pflegen das rege Vereinsleben, das weit über das Singen hinausgeht und von dem man auf unserer Homepage und Facebook-Präsenz (ach, wie „sexy!“) einen kleinen Eindruck gewinnen kann. Dann wird man auch verstehen, warum uns unser Vereinslokal in der Schwarzstraße so wichtig ist und wir mit vereinten Kräften darum kämpfen.
Wir sind davon überzeugt, dass wir eine wertvolle Ergänzung zu den von Ihnen zitierten jungen Vokalensembles und „singenden Bürgern“ sind und laden alle Interessierten ein, sich bei unseren mittwöchlichen Proben selbst ein Bild davon zu machen.
Klar muss jedoch auch sein, dass wir– wie der Name schon sagt – als SALZBURGER Liedertafel und ehrenamtlicher Verein nicht mit dem Wirken einer INTERNATIONALEN Stiftung Mozarteum konkurrieren können und auch nicht wollen. Trotzdem haben wir ein Recht auf Ko-Existenz unter einem Dach und Anerkennung unserer Daseinsberechtigung – umso mehr, als dieses grundbücherlich verbrieft ist.
PS: Ich habe selber ein wunderschönes, privates Badehäuschen… und trotzdem singe ich bei der Liedertafel!
Mag. Monika Pink-Rank, Kammerchor-Referentin der Salzburger Liedertafel

Zur Glosse Großer Botschafter des Landes (7.6.)

08/06/13 Vielen Dank für Ihre mahnende Glosse. Wir haben uns mit der Verwechslung des Wochentages tatsächlich einen Schnitzer erlaubt. Von diesem Fauxpas abzuleiten wir interessieren uns nicht für den 150. Todestag F. X. Grubers, ist nicht nur kühn, sondern unreflektiert.
Mit dem Tag der offenen Tür haben wir versucht ein Zeichen zu setzen. Trotz Personalproblemen und noch ungelösten offenen Fragen bezüglich der zukünftigen Öffnungszeiten. Nicht zuletzt durch das doch recht umfangreiche Rahmenprogramm mit Führungen, Gedenkgottesdienst, der Präsentation von Grubers Zeichnungen und Aquarellen sowie einem Festvortrag - musikalisch abgerundet mit Beiträgen des Musikum Hallein und des Pro Vobis-Chors – ein doch sehr kräftiges Zeichen.
Es gehört natürlich zum journalistischen Geschäft, immer eine Prise Salz in der Tasche zu haben, um in vermeidlichen Wunden zu wühlen. Die Nachricht soll bei den LeserInnen ja auch unter die Haut gehen. Von einer Wunde sind wir hier aber weit entfernt. Die Kratzern, die das Thema Stille Nacht und Franz Xaver Gruber abbekommen hat, heilen auch schon wieder ab.
Es stimmt zwar, nicht alle stürzen sich mit derselben Begeisterung auf das Erbe Franz Xaver Grubers in Hallein. Aber wie heißt es so treffend, wo die Ressourcen begrenzt sind, da muss man Prioritäten setzten. Und um nicht falsch verstanden zu werden. Mit den gesetzten Aktivitäten brauchen wir uns nicht zu verstecken. Die Stadt Hallein hat viele spannende Themen zu bieten. Eigentlich schon fast ein Luxusproblem. Gruber und seine Zeit in Hallein sind dabei ein wichtiger Aspekt. Übrigens, am 25. November 2012 war der 225. Geburtstag von Franz Xaver Gruber. Ihre Glosse hierzu muss ich übersehen haben.
Übersehen wir aber nicht, dass sich hier doch einige UnterstützerInnen zusammengefunden haben.
- Stille Nacht Gesellschaft
- Kulturforum Hallein
- Stadtpfarrer Dechant Mag. Hans Schreilechner
- Kulturstadträtin Dr. Eveline Sampl-Schiestl, Stadtgemeinde Hallein
- Musikum Hallein
- Pro Vobis-Chor
- Stille Nacht Museum Hallein und Keltenmuseum Hallein
Frau Dr. Ingrid Zöttl, die Ur-Ur-Urenkelin von Franz Xaver Gruber, hat sich jedenfalls sehr über die Aktivitäten gefreut und das hellt meinen Arbeitsalltag trotz Ihrer spitzen Feder auf. Allerdings, Ihr Aufruf hat ja auch etwas Gutes. Er bewirkt vielleicht bei all jenen, die dieses Thema nicht auf ihrer Liste haben, ein Umdenken. Ich hoffe wir finden zu einem versöhnlichem Ende. Letztendlich verfolgen wir ja das gleiche Ziel. Die vielseitigen kulturellen Seiten Halleins und die spannende Geschichte dieser Stadt und ihrer Bewohner möglichst informativ und unterhaltsam zu vermitteln. Wir sind gerne bereit uns mit allen an einen Tisch zu setzen, die dem Wirken Franz Xaver Grubers in der Stadt Hallein einen Platz geben möchten.
Florian Knopp, Keltenmuseum Hallein

Zum Bericht Salzburger Protestanten und Bachs Musik (6.6.)

07/06/13 in dem Artikel ist die Jahreszahl 1763 genannt. Das kann nicht richtig sein, weil die Salzburger Emigranten bereits 1732 durch Leipzig gezogen sind und J. S. Bach bereits 1750 gestorben ist. Ich würde mich freuen, wenn Sie eine Korrektur veranlassen könnten, weil ich erst dann in der Forschungsgruppe SalzburgerEmigranten.de auf diesen Artikel hinweisen kann. Vielen Dank.
Joachim Rebuschat

Tatsächlich, 1732 wäre es gewesen!
krie-

Zum Porträt Ein unermüdlicher Zeitzeuge gegen das Vergessen (28.5.)

Christoph Janacs
          100

für M. F. in Hochachtung

          Wer einmal gestorben ist, dem tut nichts mehr weh
          Marko Feingold

wer so viel lebte,
hat nichts mehr zu befürchten:
nicht die Dunkelheit
und auch nicht das Licht
(was auch immer am Ende
einen erwartet);
wer so viel lebte,
geht gelassen und freudig
wohin auch immer

Zur Konzertbesprechung  Schatten und Licht musikalisch plastisch (22.5.)

23/05/13 S.g. "Drehpunktkultur"-Team, besten Dank für die Beschreibung, inhaltlich habe ich  Frau Keckeis schon sehr positiv geantwortet;
darüber hinaus möchte ich auch nochmals betonen, wie wichtig diese Besprechungen gerade für die jugendlichen Ausführenden sind, noch dazu wo es in Salzburg ja kein Printmedium gibt, das sich für lokale Kultur interessiert.
Norbert Brandauer

Zur Konzertbesprechung  Schatten und Licht musikalisch plastisch (22.5.)

22/05/13 Ausgezeichnet Ihre Besprechung des Mozart-Requiems durch das Musische Gymnasium! Nur: Dieser Abend hatte auch eine 1.Hälfte vor der Pause. Was da vom selben Synfonieorchester des mus.Gymnasiums (Leitung Markus Obereder) mit Copland und Verdi geboten wurde, war schlichtweg fantastisch und war auf jeden Fall mit ein Grund für standing ovationes am Schluss! Warum bleibt diese Glanzleistung der jungen Leute völlig unerwähnt?

Josef Gerauer

Zum Kommentar Radikal schützen oder gerne leben? (16.5.)

17/05/13 Wir haben uns sehr über Ihren Kommentar  "Radikal schützen oder gerne leben" in DrehPunktKultur gefreut. Stellt er doch eine Auseinandersetzung dar, die wir bisher in der Salzburger Medienlandschaft in dieser Form noch nie erlebt haben.
Er macht uns wirklich Mut!
Elisabeth und Gerhard Sailer, HALLE1

Zum Stich-Wort Jetzt eindeutig: die allerbesten Festspiele! (23.4.)

23/04/13 Schön ist es, wenn die Salzburger Festspiele mit einem "Opera Award" ausgezeichnet werden – aber Sinn macht diese Mitteilung nur, wenn man die Kriterien, das Auswahlverfahren und die Jury benennt und kennt. Beim „Oscar“ kennen wir sie und bei kommerziellen Schallplattenpreisen u.ä. auch.
Ohne sie sieht die Mitteilung in der Tat nur wie "Selbstlob" aus – und auf dieses verzichten wir gerne.
Jürg Stenzl

Zum Kommentar Bloß nicht mit Kultur anpatzen (22.4.)

22/04/13 Ich kann die Klage des Dachverbands der Salzburger Kulturstätten nur zu gut verstehen: Der Bereich Kultur wird von den Parteien nicht bloß stiefmütterlich behandelt, sondern schon fast ignoriert. Kultur dient den PolitikerInnen bestenfalls als Aufputz und Gelegenheit, bei diversen Preisübergaben, Festspieleröffnungen und Sonntagsreden von der Öffentlichkeit wahrgenommen zu werden. Aber ein Anliegen ist sie ihnen nicht. Wie denn auch: Von kulturlosen Menschen kann man nicht erwarten, dass sie für selbige eintreten oder gar zukunftsweisende Ideen entwickeln. Dass bestimmte Parteien gleich von vornherein zur Kultur gar nichts (KPÖ, Piratenpartei) oder fast nichts (Team Stronach, FPÖ) zu sagen wissen, wirft ein bezeichnendes Licht auf deren Kultur-un-verständnis – und unsere Zukunft, wenn diese an die Macht kämen.
Zum Kommentar von Reinhard Kriechbaum: Sollten KünstlerInnen tatsächlich für eine Partei und/oder eine/n KandidatIn öffentlich votieren? Ich glaube nicht. Überdies fiele mir beim besten Willen niemand aus den Parteien ein, der auch nur ansatzweise glaubwürdig kulturelle Belange vertritt bzw. vertreten könnte. Und wenn Herr Kriechbaum schreibt: “Es bleibt der schale Beigeschmack, dass Salzburgs Kulturszene – und das gilt für die großen Institutionen ebenso wie für die freie Szene – wenig Ambition zeigt, die kulturpolitische Diskussion am Köcheln zu halten.”, stellt sich für mich die Frage: Mit wem aus den Parteien sollte man denn die Diskussion führen? Und: Welche Diskussion?
Christoph Janacs, Schriftsteller und Lehrer

Zu den aktuellen Diskussionen um Tobi Reiser

03/04/13 Bemisst sich der Wert eines Künstlers nach seiner politischen Korrektheit? Ist ein Künstler dann am interessantesten und „wertvollsten“, wenn er möglichst politisch korrekt denkt, spricht und handelt? Ist auch die Musik eines solchen Künstlers – unabhängig von ihrer Qualität – wertvoller und förderungswürdiger?
Dass Tobi Reiser die Salzburger Volksmusik im vergangenen Jahrhundert geprägt und (auch in ihrer Besetzung) prägend weiterentwickelt hat, ist unbestreitbar; dass er Salzburg politisch geprägt haben sollte, wäre Unsinn. Wozu also die vielen erhobenen Zeigefinger?
Von Michael Ende (… dessen „Momo“ heute – im Handyzeitalter – aktueller denn je ist) gibt es den Satz: „Erwartet man zu recht von einem Maler, der eingutes Christusbild malt, dass er selbst eine Art Christus sein sollte?
Helmut Zeilner, Ursprung
Landeschorleiter des Salzburger Chorverbandes

Zum Stich-Wort Weibsbild und Mannsbild (28.3.)

28/03/13 Ich gratuliere Ihnen und bedanke mich herzlich für Ihren treffenden Kommentar "Stich-Wort Weibsbild und Mannsbild"!
LAbg. Dr.in Nicole Solarz

Zu den aktuellen Diskussionen um Tobi Reiser

21/03/13 Es ist allgemein bekannt (wenngleich von nicht wenigen Vertretern der Volkskultur verdrängt oder gar geleugnet), daß Tobi Reiser Sr. ein Naheverhältnis zur NS-Ideologie pflegte; daß er die Brauchtumspflege ganz in diesem Sinn verstand, nämlich als “deutsch”, wenn nicht gar als antisemitisch; daß seine Karriere ohne die NS-Strickleitern einen anderen Verlauf genommen hätte; daß er, wenn er schon nicht Mitglied der Juli-Putschisten war, dies zumindest um der Karriere willen vortäuschte; daß er auch noch Jahre nach 1945 bedenkenlos Kompositionen mit fragwürdigen Titeln herausgab (siehe: “Maxglaner Zigeunermarsch”); usw. usf.
Daß so jemand im Jahre 2013 immer noch sakrosankt ist und mit Zähnen und Klauen verteidigt wird, ist mehr als fragwürdig, ebenso die Argumente, mit denen dies geschieht: die Gründung des “Salzburger Adventsingens” z.B. (einer der verlogensten Veranstaltungen, die ich kenne: auf der Bühne wird zur allgemeinen Rührung das Weihespiel von der Herbergsuche aufgeführt, während man “draußen” ein Bettelverbot einführen will); oder daß Künstlerisches und Politisches zu trennen sei (als ob dies möglich und richtig sei – zumal Reiser die Vermengung von Politik und Volkskunst aktiv betrieben hat); oder daß die Stiftung des nach ihm benannten Preises unter historischen Gegebenheiten geschehen sei und auf der Basis eines anderen Wissensstands als heute (was uns heute doch nicht hindern, sondern sogar veranlassen müßte, diesen Preis aufzugeben oder nach einer über jeden Verdacht erhabenen Persönlichkeit zu benennen!).
Solange diese fragwürdige Ikone der Volkskultur besteht und von Vertretern selbiger mit Zähnen und Klauen verteidigt wird, müssen sich diese den Vorwurf gefallen lassen, auf einem Auge blind zu sein.
Christoph Janacs, Autor und Lehrer

Zu den aktuellen Diskussionen um Tobi Reiser

21/03/13 Neue Entdeckungen bestätigen, was Allgemeingut in Kreisen der heimischen Volkskultur ist: Tobi Reiser (1907 – 1974) war aktiver Nationalsozialist und gehörte schon vor dem „Anschluss“ zu den Kreisen der illegalen Nationalsozialisten. Das Leben Reisers ist in unzähligen Abhandlungen recherchiert, seine Vita ist mehrfach publiziert.
Als Musiker und Freunde seines künstlerischen Schaffens stellen wir klar: Zum Großteil gehören wir einer Generation an, die nach dem 2. Weltkrieg geboren wurde und die keinerlei Berührungen mit dem Nationalsozialismus hat, ja, für die gesellschaftliche und geistige Folgewirkungen des Nazitums skandalös sind. Wir sind erklärte Demokraten und verabscheuen die Ideologie, die totalitäre Kulturpolitik und die Gräuel des Nationalsozialismus.
Ungeachtet der politischen Denkweise und Vergangenheit von Tobi Reiser ist uns sein musikalisches, kulturelles Erbe wichtig. Wir sind davon überzeugt, dass kaum ein Mensch die heimische Volkskultur, vor allem die musikalische Vielfalt der Volksmusik, so nachhaltig und qualitätsvoll beeinflusst hat, wie Tobi Reiser. Wir interpretieren seine Musik auf vielfältige Weise, in ähnlicher und anderer Besetzung, wir bearbeiten seine Stücke oder versuchen, sie im Original wiederzugeben. Reisers Musik empfinden wir als eine enorme Bereicherung unserer Volkskultur. Sie ist wegweisend und hat weit über die Grenzen unseres Heimatlandes hinaus Akzeptanz. Reisers Blick über den musikalischen Tellerrand hinaus hat eine Querverbindung von Volksmusik und Klassik geschaffen (Konzertreihe „Mozart und die Volksmusik“), seine Veranstaltungsreihen (Schlosskonzerte, Salzburger Adventsingen) sind Vorbilder für ähnliche Veranstaltungen geworden. Wir stehen zu seinem musikalischen Werk und seinen künstlerischen Anregungen und tragen sein musikalisch-künstlerisches Erbe weiter.
In diesem Sinne akzeptieren wir Tobi Reiser als Wegweiser für überlieferte Volkskultur und Volksmusik und stehen dazu, dass ihm im Volkskundemuseum des Salzburg Museums in einer eigenen Ausstellung gedacht wird. Die Erben des Nachlasses von Tobi Reiser haben die einzelnen Utensilien dem Salzburg-Museum für den allgemeinen Zugang zu Studienzwecken wie auch zur Präsentation im Rahmen von Ausstellungen überlassen. Das musikalische Erbe ist gesichert und wird ebenfalls über das Salzburg-Museum und über den Profil-Musik-Verlag der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt. Wir befürworten und unterstützen weitere Studien über das Leben, Denken und künstlerische Schaffen von Tobi Reiser und betonen, insbesondere an Arbeiten interessiert zu sein, die Fragen der politisch-ideologischen Funktionalisierung von Kunst und Kultur in den Mittelpunkt rücken.
Wir stehen dazu, dass Musik von Tobi Reiser die Veranstaltungen der Volkskultur bereichert, dass sie von Musikerinnen und Musikern aller Generationen gespielt wird und dass einschlägige volkskulturelle Impulse auch weiterhin mit den Namen Tobi Reiser verbunden bleiben und auch im künstlerischen Sinn von Tobi Reiser veranstaltet werden. Das „Ensemble Tobi Reiser“ steht für uns nicht als Name für eine ideologische Ausrichtung, sondern als Ausdruck einer Musiktradition, die von Tobi Reiser wesentlich begründet worden ist. In gleicher Weise stehen wir zum „Tobi Reiser Adventsingen“, zur Musik der von Tobi Reiser gegründeten „Flachgauer Musikanten“ und zur Vergabe eines „Tobi Reiser Preises“ für hervorragende und nachhaltige Aspekte der heimischen Volkskultur.
Bernhard Strobl, SN-Redakteur i. R., langjähriger Gitarrist im Ensemble Tobi Reiser
Karl Müller, Musikant und Literatuwissenschafter
Josef Radauer, künstlerischer Leiter des Ensembles Tobi Reiser
Roswitha Meikl, Vorsitzende des „Salzburger Volksliedwerkes“
Anton Gmachl, Senior Lecturer für diatonische Harmonika, Didaktik und Lehrpraxis an der UNI Mozarteum, Direktor Musikum Grödig,
Adolf Freudl, Vorsitzender des „Forum Salzburger Volkskultur“

Zum Kommentar Kagels Kaktus (18.3.)

18/03/13 Liebe Frau Klabacher, mit Vergnügen habe ich Ihre Abschlussberichte über die Biennale gelesen. Schade nur, dass die Klavier-Solo-Konzerte auch im Drehpunkt weitgehend unter den Tisch gefallen sind. Was in dieser "violetten Reihe" der Biennale zu hören und bestaunen war, von GrauSchumacher über Hodges, dann ganz besonders Ullén, auch Formenti (Barraqué !) und Drury, zeichnete sich durch drei Dinge aus:
1. Nicht nur superbe interpretatorische Qualität, sondern auch ausnehmend kluge und beziehungsreich komponierte Programme.
2. Die – soweit ich sah – weitgehend vollständige Abwesenheit der Klavierprofessoren und der Hundertschaften ihrer Studenten des Mozarteums.
3. Durch die vergleichbare Abwesenheit der Medien, damit der Berichterstattung über dieses Segment.
Dass das Publikum jubelte, tröstet nicht darüber hinweg, dass die Konzerte (gemäss Salzburger Kriterien für "Unbekanntes", wozu auch Busoni und Rzewski zu gehören scheinen) "gut" besucht waren, aber eben doch nur von einem halbvollen Solitär.
Von den ÖVP-Politikern, die bereits im voraus gegen die Biennale volle Rohre feuerten, ist dort kaum einer zu sehen gewesen;  wenn überhaupt, dann bei der Preisverleihung, bei der sie eingeladen waren ... Ansonsten polemisierten sie offenbar gegen etwas, was sie gar nicht kennen.
Dass das "Modernisieren" auch von Salzburgs Musikkultur wesentlich eine Frage der Konstanz, der Kontinuität ist, wird niemand bestreiten; dass es von Heike Hoffmanns erster zu ihrer diesjährigen Biennale einen unverkennbaren Publikumszuwachs gegeben hat, auch nicht (außer wohl die, die gar nicht dabei waren ...).
Aber der Weg ist noch lang. Nur der populistische Weg "weg damit" ist sehr kurz, noch kurzsichtiger und letzten Endes – ganz einfach – ahnungslos dumm. Aber damit wird man immer rechnen müssen ...
Jürg Stenzl

Zur Opernbesprechung Leben... Freiheit... Gerechtigkeit (17.3.)

18/03/13 Heidemarie Klabachers ausführlicher Rezension zu Hossam Mahmouds Oper "18 Tage" möchte ich folgendes hinzufügen: ich sehe in der Vorarbeit von Frank Stadler, der das unserer Musikkultur fremde System der Vierteltöne mit der Streichergruppe trainierte und in der musikalischen Leitung Peter Ewaldts eine herausragende Leistung. Von Peter Ewaldts Sorgfalt, Orchester, Chor und Solostimmen sinnlichen, aber exakten Ausdruck zu verleihen und von der Leichtigkeit des Dirigierens könnte sich mancher Dirigent zeitgenössischer Musik etwas "abschauen". Gerade die Musik der Moderne braucht die Art und Weise der musikalischen Darstellung, wie sie in dieser Aufführung zu erleben war.
Ulrike Koushan

Zu den Rücktrittsdrohungen von Alexander Pereira

12/03/13 Wer in Eile ist, den soll man nicht aufhalten. Gockelhaften Attitüden kann man Herrn Hinterhäuser nicht vorwerfen. Es wäre hoch an der Zeit ihn nach Salzburg zurückzuholen.
Thomas M. Schallaböck

 

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