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Hot Dog aus Nord-Nord

LITERATURHAUS / EUROPA DER MUTTERSPRACHEN / DÄNISCHE NACHT

21/05/15 Seit 1995 organisiert das Literaturhaus Salzburg jährlich das Festival „Europa der Muttersprachen“. Das Baskenland, Bulgarien, Albanien, die Niederlande, Irland oder Island standen bereits im Mittelpunkt. Lesungen, Film Party und eine Ausstellung rücken heuer Dänemark in den Blick.

Von Heidemarie Klabacher

„Bei aller Themenvielfalt geht es um Europäische Geschichte und Geschichten, um Kulturen und Muttersprachen“, sagt Literaturhausleiter Tomas Friedmann über das bereits seit zehn Jahren erfolgreiche Konzept. 2015 also geht es um Dänische Sprache, Kunst und Kultur.

Den Auftakt gibt die dänische Künstlerin Ulla Diedrichsen mit der Ausstellung „Walk Don’t Walk“, die bis Ende Juni im Literaturhaus zu sehen sein wird. Sie nimmt in der feministischen Ausstellung die Mode und ihr Diktat aufs Korn: „Ulla Diedrichsen enttarnt in Bildern, Objekten, Fotografien und Texten die Mode- und Schönheitskonventionen, denen Frauen unterworfen sind oder sich unterwerfen lassen am Beispiel von Schuhen.“ Schuhe sollen ja manche Frauen Amok laufen lassen – in Schuhwerk, das zu diesem Behufe wiederum kaum geeignet ist. Schuhe sind immer wieder Objekt von Ausstellungen und „Interventionen“, was nur vernünftig ist, angesichts des Unvernünftigen, mit dem an den Füßen „frau“ keinen selbstbewussten Schritt tun kann. Nun also das Thema Schuhe aus dänisch-feministischer Sicht.

Die Dänische Nacht beginnt am Freitag (22.5.) um 18 Uhr mit dem Film „Adams Äpfel“ “ von Thomas Jensen: „Darin prallen ein Landpastor, der Straftäter resozialisiert, und ein Alt-Neo-Nazi in der dänischen Provinz aufeinander.“

Um 20 Uhr folgt eine Lesung mit den beiden international bekannten Autoren Janne Teller und Kim Leine.

Janne Teller, Jahrgang 1964, war als Ökonomin bei der EU und bei der UNO tätig. Sie wurde mit ihren brisanten Jugendbüchern berühmt und erregte mit ihrem Roman „Nichts - Was im Leben wichtig ist“ 2010 internationales Aufsehen. Heute pendelt die Autorin zwischen Berlin und New York. Ihr jüngstes Buch ist der 2012 im Hanser Verlag erschienene Roman „Komm“. Das Buch sei „ein philosophisches Nachtstück“, in dem Fragen gestellt werden, wie etwa „Kann die Kunst die Welt verbessern?“.

Kim Leine wurde spätestens mit seinem Roman „Ewigkeitsfjord“, 2014 ebenfalls bei Hanser erschienen, zu einem der wichtigsten Gegenwartsautoren Dänemarks. Auch hier stehen moralische Fragen im Zentrum. Kim Leine, 1961 geboren als Kind dänischer Eltern in Norwegen und wohnhaft in Kopenhagen, debütierte 2007 mit seinem Missbrauchsroman „Kalak“. Er schreibt auf Dänisch und übersetzt seine Bücher selber ins Norwegische. In „Ewigkeitsfjord“ mache er „das Leben in Grönland Ende des 18. Jahrhunderts mit allen Sinnen erfahrbar“ und erzähle zugleich eine „moderne Geschichte von Liebe und Aufklärung“.

Im Literaturhaus lesen in der Originalsprache die Autorin und der Autor, auf Deutsch lesen Ulrike und Peter Arp. Das anschließende Gespräch leitet Hannah Tischmann von der Skandinavistik der Universität Wien.

Zur Kultur eines Landes gehört unverzichtbar seine Kulinarik. Daher gibt es im Rahmen der Veranstaltungen „Europa der Muttersprachen“ auch immer die passenden Schmankerl: In diesem Falle also Smørrebrød und Hot Dog, Bier und Aquavit aus Dänemark. Ab 22.22 folgt noch die Dancing-Party mit dem Musiker und DJ [dunkelbunt], der zu guter letzt noch die dänische Musik zu Wort kommen lässt.

Europa der Muttersprachen „Danische Nacht“ – Freitag (22.5.) ab 18 Uhr im Literaturhaus – www.literaturhaus-salzburg.at
Bilder: LH

 

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