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Amore, aber mit Halbmaske

TAMSWEG / AUSSTELLUNG MASKEN & PUPPEN

25/03/21 Was fällt Robert Wimmer ein, wenn er über Masken, Puppen und die von ihm geleitete Lungauer Theatergruppe MOKRIT nachdenkt? Als erstes die Komödie Amore, die man im Dezember 2015 aufgeführt hat.

Von Reinhard Kriechbaum

Für diese Produktion in der Regie von Walter Anichhofer hat damals die Bühnenbildnerin Elisabeth Strauß vier Halbmasken in der Tradition der deutschen Kompanie „Familie Flöz“ angefertigt. Diese Masken sind natürlich auch ein Blickfang in der ab morgen Freitag (26.3.) in der Tamsweger künstlerei laufenden Ausstellung Masken & Puppen. In dreißig Jahren des Theaterspielens ist allerhand zusammengekommen, was man herzeigen kann. Die Ausstellung erstreckt sich über zwei Stockwerke und ist barrierefrei zugänglich.

Elisabeth Strauß (im Bild links in voller Aktion) zeichnet seit rund 15 Jahren verantwortlich für die MOKRIT-Werkstätte.

„Sowohl für Puppentheater als auch Maskentheater entwarf sie eine Vielzahl an Kostümen, Köpfen und Masken“, berichtet Robert Wimmer. „Mit Jugendlichen zwar fertig gebaut, aber bis heute leider nie aufgeführt sind ihre Masken des Jugendtheaterstückes Die sieben Raben.“

Der künstlerische Leiter Robert Wimmer hofft aber, dieses Stück in diesem Sommer noch nachholen zu können.

Wimmer selbst spielt und sammelt seit fast fünfzig Jahren Handpuppen, über hundert davon sind in der Ausstellung zu sehen.

Die Schau reicht von Papiermachée-puppen aus dem Jahre1940 über klassische Kunststofffiguren hin bis zu ganz neuen Entwürfen aus der MOKRIT-Werkstätte. „Durch gute internationale Kontakte können auch einige Raritäten gezeigt werden“, freut sich der Lungauer Kulturmacher: eine Pulicinella-Handpuppe (eine zentrale Figur der Commedia dell’arte) vom berühmten römischen Puppenbauer Giancarlo Santelli, eine Hanswurst-Marionette vom unvergessenen Werner Dürnberger (Salzburger Marionettentheater), eine Stabpuppe aus dem Staatstheater Saporoshje in der Ukraine sowie die zwei riesigen „Zwergerl“, traditionelle Begleiter des Unternberger Samsons. In Samson-Dimensionen gedacht, sind ja auch Zwergerl keine Fliegengewichtler. Was sonst noch zu sehen ist: kleine hölzerne Kasperlpuppen aus Bayern, Masken aus Afrika und Asien und traditionelle Marionetten aus Österreich.

Eine Ausstellung mit Theatermasken statt „echtem“ Theater? Das ist freilich nur bedingt befriedigend. „Wir bekommen laufend telefonische Anfragen, wann unser Kulturzentrum wieder aufsperrt, wann die Veranstaltungen wieder starten, wann denn Kasperl & Luki im MOKRIT-Puppentheater wieder auftreten“, berichtet LKV-Leiter Robert Wimmer.

„Unser Publikum hat Sehnsucht nach Kultur und Kunst.  Und ganz ehrlich, wir haben Sehnsucht nach unserem Publikum, nach feinen Kinoabenden in der Künstlerei, nach schrägen Kabaretts und tollen Konzerten, nach unseren jüngsten Fans, die auch Kasperl & Luki schon sehr fehlen.“

Bis 1. Mai, Eintritt frei. Da die Besucherzahl Corona-bedingt begrenzt ist, bittet man um Voranmeldung (06474 / 26805 oder  Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! ) – www.lungaukultur.at
Bilder: LKV / Theater MOKRIT

 

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