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Der Stern scheint auf der Alm schon im September

REPORTAGE / HIRTENKINDER

06/09/13 Für so manche junge Salzburger beginnt der Advent in der letzten Ferienwoche. Sowohl die Hirtenkinder des Salzburger Adventsingens als auch jene des „Tobi Reiser Adventsingens“ haben in diesen Tagen eine intensive Probenphase. Auf Almen, wie sich’s gehört für junge Hirten.

124Jene Kindergruppe, die auf der Schwarzenbergalm in Elsbethen fürs Tobi Reiser Adventsingen probt, kommt nicht erst im Dezember in Einsatz: Als „Salzburger Hirtenstreich“ werden sie am 12. Oktober am „Bischofshofener Amselingen“ teilnehmen.

Josef Radauer, der künstlerische Leiter des „Tobi Reiser Adventsingens“ ist erfreut: „Dass unsere Hirtenkinder bei der wichtigsten Volksmusikveranstaltung des Landes mitwirken können, ist eine große Ehre. Das Amselsingen war ja immer auch ein Forum für den musikalischen Nachwuchs, da passen unsere Hirtenkinder natürlich bestens dazu.“

Die „Salzburger Hirtenstreich“ wird einerseits als jugendliches Streicherensemble mit Violinen, Violoncello, Bassgeige, Gitarre und Harmonika, dann  als Bläsergruppe und vor allem auch als Gesangsgruppe in Erscheinung treten. Die 20 Kinder entstammen zum Großteil bekannten Salzburger Musikerfamilien. Ihre Darbietungen beim „Tobi Reiser Adventsingen“ in der Großen Aula der Universität Salzburg begeistern Jahr für Jahr das Publikum.

Vier Tage der letzten Ferienwoche verbringen die Kinder mit ihren Lehrmeistern, voran Josef und Elisabeth Radauer, auf der Schwarzenbergalm in Elsbethen. Die Intensivtage stehen ganz im Zeichen der Vorbereitung auf das „Bischofshofener Amselsingen“, aber auch auf das neue Stück beim „Tobi Reiser Adventsingen“. Es steht unter dem Titel  „Aus an b’sonder’n Holz“ und handelt von wundersamen Verwandlungen in der Vorweihnachtszeit. Neu wird beim diesjährigen „Tobi Reiser Adventsingen“ eine Partnerschaft mit dem Salzburger Marionettentheater sein. Ein Mitglied des Ensembles wird auf einer eigens für das Adventsingen in der Großen Aula geschaffenen Puppe den Inhalt des neuen Stückes vertiefen.

118Auf der Lofereralm, in der Hütte vom Soderbauern treffen sich seit zwölf Jahren schon die Hirtenkinder des Salzburger Adventsingens. Zwischen 8 und 12 Jahre sind sie alt. Bereits seit Ostern probt hatte eine größere Gruppe mit Hildegard Stofferin jede Woche geprobt, im Juli wurden dann die 4 Mädchen und 11 Buben für die Neuinszenierung des Salzburger Adventsingens ausgesucht. Die Schar der Hirtenkinder kommt aus Salzburg Stadt, Kuchl, Anthering, Leogang und Michaelbeuern. Ein Mädchen kommt aus Bischofswiesen im angrenzenden Bayern.

Gleich nach dem Eintreffen wurden das Matratzenlager bezogen und die Instrumente ausgepackt. Mit dem heiteren Hirtenlied „Heissa Buama, steht´s gschwind auf!“ ging es los. Derr einzige Neue in der Runde, der achtjährige Simon Eichinger, hat am ersten Abend alle Instrumente ausprobiert. „Am meisten gefällt mir das Bassflügelhorn“, sagt er.

Adventsingen-Leiter Hans Köhl trifft die Vorauswahl der Lieder, vor allem Liedgut aus dem Salzburgischen und dem Steirischen. Simon Haitzmann, Musiklehrer aus Unken, hat zum zweiten Mal die musikalische Einstudierung der Hirtenkinder übernommen hat. Für seine Aufgabe braucht er viel Fingerspitzengefühl. Die Herausforderung ist, den Charakter der Musik zu treffen und doch dem Können der Kinder zu entsprechen. Auch wenn die Zusammensetzung der Gruppe fast gleich geblieben ist, muss die Verteilung der musikalischen Parts komplett neu strukturiert werden. Er merke aber schon, dass sich die Kinder musikalisch gut weiterentwickelt haben, sagt Haitzmann.

119Die Bandbreite der Instrumentierung ist groß: Es werden Geige, Gitarre, Bassgeige, Akkordeon, Steirische Harmonika, Hackbrett, Flöten, Klarinetten, Trompeten, Tenorhorn und Schwegel gespielt.

Die Aufteilung der Textpassagen auf die Kinder wurde von Regisseurin Caroline Richards auf der Alm festgelegt. Hirtenbetreuerin Gudrun Köhl-Korbuly berichtet, dass bei der Rollenverteilung besonderes Augenmerk darauf gelegt werde, dass der Text zum Charakter des Kindes passt: „Schon bei den Vorproben sieht das gesamte Team, für wen sich welcher Text eignet. Ob der Bub oder das Mädl verschmitzt, lustig oder forsch ist.“

Markus Helminger ist seit 43 Jahren beim Salzburger Adventsingens dabei und seit 16 Jahren für die Betreuung der Hirtenkinder zuständig. Er übt das Paschen und auch den Text mit den Kindern. Im Alter von 12 Jahren kam er selbst als Hirtenkind zum Salzburger Adventsingen. Später war er für die Lichtinspizienz im Großen Festspielhaus verantwortlich. „Das Arbeiten mit den Kindern ist für mich das Schönste. Zuerst sind manche Kinder oft sehr schüchtern. Wenn wir sie nach ein paar Jahren entlassen, hat jede und jeder so unglaublich viel mitgenommen, Selbstvertrauen getankt und sich entwickelt.“
(Sbg. Adventsingen/Tobi Reiser Adventsingen/dpk)

Salzburger Adventsingen ab 29. November im Großen Festspielhaus - www.salzburgeradventsingen.at
Tobi Reiser Adventsingen in der Großen Aula ab 6. Dezember - www.tobi-reiser.at
Bilder: Tobi Reiser Adventsingen (1); Salzburger Adventsingen (2)

 

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