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TODESFALL / REINHARD SCHWABENITZKY

10/02/22 Mit den Fernsehserien Ein echter Wiener geht nicht unter und Kaisermühlen Blues hat er österreichische Fernsehgeschichte geschrieben. Der Regisseur Reinhard Schwabenitzky, der in einem Bauernhof im Salzburger Flachgau lebte, ist nach langer Krankheit am Mittwoch (9.2.) gestorben.

 

TODESFALL / REINHARD SCHWABENITZKY

10/02/22 Mit den Fernsehserien Ein echter Wiener geht nicht unter und Kaisermühlen Blues hat er österreichische Fernsehgeschichte geschrieben. Der Regisseur Reinhard Schwabenitzky, der in einem Bauernhof im Salzburger Flachgau lebte, ist nach langer Krankheit am Mittwoch (9.2.) gestorben.

Von Reinhard Kriechbaum

Die Storys um den „echten Wiener“ Mundl Sackbauer (Karl Merkatz) waren für den 1947 in Bucheben bei Rauris geborenen Reinhard Schwabenitzky echte Türöffner ins Fernseh- und Filmgeschäft. Er drehte diese Serie (als Regisseur und Co-Autor mit Ernst Hinterberger und anderen), die von 1975 bis 1977 lief, noch vor seinem Diplom in Kamera und Regie.

Das Handwerk hatte er quasi vom Kindesalter an gelernt: Sein Vater, in den 1970er Jahren Burgtheaterdirektor, hatte als Regisseur in den Babelsberger Filmstudios gearbeitet und der Zwölfjährige Reinhard Schwabenitzky war aufmerksamer Beobachter bei den Dreharbeiten. Während des Studiums hat er dann Theaterleuten wie Franz Antel, Axel Corti, Otto Schenk und Bernhard Wicki assistiert. Der junge Reinhard Schwabenitzky wusse also, wie Schauspielmenschen und ihr Publikum tickten – wohl einer der Gründe, dass er sich im Fach der Filmkomödie so gewandt bewegte und dort, wo an der Oberfläche purer Boulevard zu herrschen schien, doch unterschwellig eine feine Klinge führte.

Apropos Klinge: Mit Mundl-Erfinder Ernst Hinterberger hat Schwabenitzky manches Gefecht ausgetragen – aber mit diesem Kollegen dann doch seinen zweiten Quotenhit im österreichischen Fernsehen gelandet, den Kaisermühlen Blues (1992/93). Zwischendurch war Schwabenitzky nach München übersiedelt und hatte dort die Schauspielerin Elfi Eschke kennen und lieben gelernt. Sie wurde seine Ehefrau und war fortan in fast allen von Schwabenitzkys Fernseh-Serien und -Filmen und natürlich auch in Kinofilmen dabei. Der ganz normale Wahnsinn (mit Tovje Kleiner), Büro, Büro, Tour de Ruhr, Oben ohne – Titel von deutschen Fernsehserien, die allen geläufig sind.

Elfi Eschke wurde die wichtigste Hauptrollen-Trägerin: Mit ihr zusammen entstanden Kinoerfolge wie Didi der Doppelgänger und Didi der Experte (mit Dieter Hallervorden), Eschke und Andreas Vitásek waren das Liebespaar in der Seitensprung-Trilogie. In Ilona und Kurti wurde das Thema Fremdenfeindlichkeit schon 1991 mit ernsthaftem Humor thematisiert.

Die Titelliste von Reinhard Schwabenitzkys Film- und Fernsehfilmen ist endlos, zwischenzeitlich war der Filmemacher in Salzburg als Nebenerwerbs-Gastronom tätig (wohl mehr Geldinvestition als Beruf) und sogar als Buchautor hat er sich versucht.

Bild: Filmstill aus einem ORF-Interview

 

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