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So wenig Gefahr wie beim Damenfriseur

HINTERGRUND / KULTUR-ÖFFNUNGEN

23/02/21 Die grünen Kulturpolitiker von Stadt und Land haben sich dieser Tage gemeinsam für eine Öffnung von Kultureinrichtungen parallel zur Gastronomie ausgesprochen. Auch der Salzburger SPÖ-Vorsitzende David Egger schlägt in dieselbe Kerbe.

Die Öffnung der Kultureinrichtungen muss parallel zur Gastronomie erfolgen“, so LHStv. Heinrich Schellhorn, Landtagsabgeordneter Simon Heilig-Hofbauer und Gemeinderat Markus Grüner-Musil in einer gemeinsamen Erklärung. Möglichst schon vor Ostern, fordert auch der Salzburger SPÖ-Chef David Egger: „Bald hat jeder seinen Friseurbesuch hinter sich. Um symptomfreie Superspreader zu entdecken, ist es aber notwendig, die Testbereitschaft hochzuhalten. Alleine schon deswegen sollte die Politik in Bereichen, in denen das Ansteckungsrisiko ohnehin niedrig ist, verknüpft mit einem negativen Corona-Test weitere Öffnungsschritte wagen“, so Egger.

Ob die Kultur sich unbedingt wohlfühlt in der Rolle als Test-Lockvogel, wollen wir mal dahingestellt lassen, aber natürlich besser heute aufsperren als morgen. „Wir sind auf dem besten Weg Testweltmeister zu werden“, schreibt Heinrich Schellhorn. „Das vor wenigen Monaten noch umstrittene 'Reintesten' ist mittlerweile in der Bevölkerung akzeptiert und wird Teil des Alltags und es ist auch der Schlüssel zur Kultur-Öffnung.“

David Egger verweist auf eine aktuelle  Studie des Hermann Rietschel Instituts an der TU Berlin.

Wenn ein Theater nur zu dreißig Prozent belegt ist, alle Menschen die Hygieneregeln einhalten und einen Mund/Nasenschutz (also nicht einmal FFP2-Masken) tragen, sei demnach das Ansteckungsrisiko halb so hoch wie im Supermarkt. Laut Studie entspreche die Infektionsgefahr durch Aerosole in einem zu vierzig Prozent belegten Theater in etwa jener beim Damenfriseur (in beiden Fällen Mund/Nasenschutz vorausgesetzt): Sei eine infizierte Person im Raum, liege das Risiko bei 0,6 Prozent. „Kombiniert mit einem negativen Corona-Schnelltest als Voraussetzung und einer FFP2-Maskenpflicht wäre der Besuch im Theater sogar noch sicherer“, folgert David Egger, und er betont: „Die Hygienekonzepte im Kulturbereich haben bereits nach dem ersten Lockdown bestensfunktioniert.

Ein Gleichklang der Regelungen ist auch deshalb sinnvoll, weil viele Kulturbetreibe auch über eine eigene Gastronomie verfügen. „Unterschiedliche Regelungen sind wegen der Kombination von Veranstaltungsbetrieb und Gastronomie in den Kulturstätten weder sinnvoll noch praktisch umsetzbar“, erläutert Bürgerlisten-Kultursprecher Markus Grüner-Musil. „Es ist daher prinzipiell auf gleiche Regelungen in Bezug auf Abstandsregeln, Personenzahl und Tests zu achten“.

Und sein Kollege Simon Heilig-Hofbauer: „Ein Hochfahren des Kulturbetriebs ist nur dann praktikabel, wenn die Sperrstunde auf frühestens 22 Uhr festgelegt wird.“ Es sei evident, dass Ausgangsbeschränkungen ab 20.00 für die meisten Kultureinrichtungen einen Spielbetrieb nicht zulassen. „Auch an dieser Schraube gilt es daher zu drehen.“ (Die Grünen/SPÖ Salzburg)

Die Studie vom Hermann Rietschel Institut an der TU Berlin

 

 

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