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Angezogen von der Landschaft

GALERIE WELZ / ANTON MAHRINGER

05/04/12 Im Kärntner Dorf Nötsch hatte sich zu Beginn des vorigen Jahrhunderts mit dem Maler Anton Kolig, der aus Mähren kam, eine Künstlerkolonie gebildet. Einer davon: Anton Mahringer (1902-1974), dem die Galerie Welz derzeit eine Ausstellung widmet.

Von Werner Thuswaldner

Anton Mahringer war einer der Exponenten des Nötscher Kreises. Andere Namen waren Sebastian Isepp und Franz Wiegele. Sie alle müssen genannt werden, wenn vom österreichischen Expressionismus die Rede ist. Koligs Plan war, dort eine Kunstschule einzurichten. Dazu kam es aber nicht. Wohl aber verstand es Kolig, für Interesse an der Landschaft dort zu werben und jüngere Künstler nach Nötsch zu bringen. Einer von ihnen war der Salzburger Rudolf Hradil. Anton Mahringer holte Kolig aus Stuttgart. Er wurde sein Partner, als es darum ging, die Fresken für das Landhaus in Klagenfurt zu schaffen.

Mahringer entwickelte eine enge Beziehung zu Nötsch und ließ sich in der Gegend nieder. Es waren Besonderheiten der Landschaft, durch die er sich angezogen fühlte. Sanft hügelige Wiesen einerseits und schroffe Gebirgsformationen andrerseits. Dazu ist gelegentlich ein Licht zu registrieren, das sich wie eine südliche Botschaft ausnimmt.

Schon 1941 kam es zu einer Begegnung zwischen Mahringer und dem Galeristen Friedrich Welz. Unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg veranstaltete Welz für Mahringer die erste Personale. Und nun ist bei Welz wieder eine Mahringer-Ausstellung zu sehen. Die frühen Ölgemälde sind von van Gogh inspiriert, zu erkennen an Partien, da der dicke Pinselstrich sich in Kreisen bewegt. Ein Stilleben mit Äpfeln in einer Schale, an Cezanne erinnernd, wirkt wie ein Markenzeichen des Expressionismus. Einen Gegensatz dazu bilden die empfindsamen Aquarelle. Eine Struktur aus schwarzen Linien gibt den gegeneinander gesetzten Farbflächen Halt. Aber nicht nur Empfindsamkeit teilt sich durch Mahringers Kunst mit, sondern – dies ist auch an den Zeichnungen abzulesen – auch eine starke gestaltende Kraft.

Im ersten stock wartet die Galerie mit einer Reihe vor allem graphischer Kostbarkeiten auf. Hier sind unter anderem Blätter von Lyonel Feininger, Käthe Kollwitz und Alfred Kubin zu sehen, aber auch ein Landschaftsgemälde (!) von dem großen Gesellschaftskritiker George Grosz.

Bis 28. April in der Galerie Welz - www.galerie-welz.at
Bilder: Galerie Welz

 

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