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Die Selbstbestimmung im Hasenkostüm

REPORTAGE / SCHAUSPIELHAUS / ICH GEH (MEINEN) WEG!

19/04/13 „Wir haben uns freiwillig für die Kunst entschieden und würden es wieder machen!“ Knapp vierzig Schülerinnen und Schüler sind eingebunden in die Produktion der Hauptschule Plainstraße und der Neuen Mittelschule Haydnstraße im Rahmen der Aktion Macht|Schule|Theater. „ICH GEH (meinen) WEG!“ heißt das Stück.

Von Oliwia Blender

Seit Dezember sind die Jugendlichen von der Hauptschule Plainstraße und der Neuen Mittelschule Haydnstraße unter der Regie von Daniela Meschtscherjakov (Dramaturgie: Christoph Batscheider) am Werk. Die Arbeit mit den erfahrenen Theaterleuten hat den Schülerinnen und Schülern nicht nur viel Freude bereitet, sondern auch einen Einblick in den kreativen Schaffensprozess am Theater ermöglicht. So konnten die jungen Leute ihre individuellen Gedanken und Eindrücke in das Stück einbringen, (Lied)Texte selbst verfassen und das Bühnenbild mitgestalten, mit dem Ergebnis: Ohnmachtsgefühle der heranwachsenden Generation darzustellen.

Manche von den Mitwirkenden seien erst seit wenigen Jahren in Österreich, ein Großteil der Gruppe der 14 – 16 Jährigen habe Migrationserfahrungen und die Schlagzeugerin, beispielsweise, spiele erst seit wenigen Wochen das Instrument. „Das Projekt hat die Jugendlichen enorm verändert, was sich positiv auf den Unterricht auswirkt! Schlüsselqualifikationen wie: Kommunikationsfähigkeit, Teamarbeit und kreatives Denken wurden gefördert und die Schülerinnen und Schüler gewannen an Selbstwertgefühl.“ Hans-Peter Santner und Ingrid Taxacher, unterstützende Lehrkräfte der Hauptschule „Plainstraße“, sind sich einig: „Kunst macht Mut und den brauchen vor allem die ausländischen Kinder, um gegen Vorurteile anzukämpfen.“

Das Stück bittet um Gehör, es zeigt die Einsamkeit und Ratlosigkeit in verschiedenen Facetten und erzählt die Geschichte von Jugendlichen, die ihren einzigen Ausweg im Weglaufen sehen. Auf der Suche nach einem selbstbestimmten Leben geraten sie in Konflikte und an falsche Hoffnungen und Versuchungen. Schlussendlich rettet sie nur die Erinnerung an die eigene Entscheidungsfreiheit und ein Bewusstsein dafür, dass man zusammen weniger allein ist.

Insgesamt gibt es zehn Aufführungen. Die bundesweite Theaterinitiative Macht|Schule|Theater findet bereits zum fünften Mal statt. Auch diese Aufführung bestätigt, dass  Kinder und Jugendliche Kunst in ihrem Alltag benötigen, um sich selbst und soziale Vorgänge besser verstehen zu können. Und das sollte von der breiten Öffentlichkeit wahrgenommen werden.

Aufführungen bis 26. April, bei freiem Eintritt (Anmeldung erforderlich!) - www.schauspielhaus-salzburg.at
Fotos: Schauspielhaus Salzburg / Tobias Kreft

 

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