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Kunst-Blicke in die Hohen Tauern

SALZBURG-MUSEUM / VOR- UND RÜCKBLICK

10/01/12 Glücklicherweise kamen im vergangenen Jahr besonders viele Besucher ins Festungsmuseum (577.213 gegenüber 547.134 im Jahr 2009), und deshalb ist sich fürs Salzburg Museum als Ganzes eine nettes Besucherplus von 3,52 Prozent ausgegangen. - Die wichtigsten Themen 2012: Alpenmalerei und Irma von Troll Borostyány.

altIm Haupthaus, der Neuen Residenz, war im Vorjahr der Reiz des Neuen logischerweise weg – insofern ist ein Besucherminus von nur 5,23 Prozent nicht der Rede wert. Unter die Erde, ins Domgrabungsmuseum, zieht es immer weniger Besucher, fast 14 Prozent weniger als im Jahr zuvor, und auch das Volkskundemuseum war nicht ganz so gefragt wie 2009 (minus 5,51 Prozent.

Alles in allem: 686.472 Besucher frequentierten alle Einrichtungen des Salzburg Museums, für Direktor Erich Marx also ein zufriedenstellendes Jahr. Seit Jänner wird das Museum als GmbH geführt, dadurch wurde ein wesentlich flexibleres und rascheres Agieren möglich. „Wir haben nun die volle Verantwortung für das Personalwesen und können als Firma selbständig handeln“, erläutert Erich Marx.

Mit der Wiedereröffnung des Spielzeug Museum hat man neues Besucherinteresse anstacheln können (ab der Wiedereröffnung Mitte Oktober bis Jahresende zählte man dort Besucher).

Die Sonderausstellung über die Trapp Familie im Panorama Museum ist weltweit die erste Ausstellung rund um das Thema „The Sound of Music". In der Sonderausstellung „ARS SACRA - Kunstschätze des Mittelalters aus dem Salzburg Museum“ durfte man sich vor allem im ersten Halbjahr über viele Besucher freuen. Mittlerweile werde die Ausstellung insbesondere von Schulklassen gerne angenommen.

Ein Wermutstropfen für Erich Marx: Von ursprünglich geplanten drei Sonderausstellungen pro Jahr in der Kunsthalle konnte man aus finanziellen Gründen diesmal nur zwei umsetzen. So wurde 2011 das Untergeschoß des Museums lediglich mit den beiden Sonderausstellungen „Für Salzburg gesammelt - Neuerwerbungen aus dem Salzburg Museum" und mit „Herwig Schubert - Malerei und Zeichnung" bespielt.

In meinem letzten Jahr als Museumsdirektor kommt also noch einiges an neuen Herausforderungen auf mich zu“, sagt Marx. Damit meint er nicht nur die anstehende Integrierung des Barockmuseums und des Keltenmuseums. Zu bewältigen sei auch die schwierige Finanzlage, auf die man leider nur mit Kürzungen beim Ausstellungsprogramm reagieren könne.

altDie wichtigste Ausstellung heuer wird die Schau „Die Hohen Tauern – Kunst und Alpingeschichte“ in der Neuen Residenz (Kunsthalle), von 13. Juli 2012 bis 20. Jänner 2013. Der Anlass: Der österreichische Alpenverein feiert heuer sein 150-Jahre-Jubiläum. Zahlreiche bedeutende Künstler von der Romantik bis zur Gegenwart haben diese hochalpine und lange Zeit unerschlossene, mythenumwehte Welt in großartigen Gemälden festgehalten: Thomas Ender, Anton Hansch, Adolf Obermüller, E. T. Compton, das Ehepaar Mediz-Pelikan, Adolf Poell – das sind nur einige Namen. Der österreichisch-argentinische Maler Helmut Ditsch malt speziell für diese Ausstellung ein großformatiges Gemälde des Großen Hafner (3076 m). „Landschaft alpin“ heißt eine Ergänzung zur Schau in der Säulenhalle, die man mit der Galerie im Traklhaus durchführt – die Verbindung zur zeitgenössischen Sicht auf die Bergwelt..

altEinige Künstler des 19. Jahrhunderts haben bei Bergtouren ihre hochalpinen Erlebnisse auch bildlich festgehalten und bieten so einen interessanten Einblick in die Herausforderungen des frühen Hochalpinismus. Das Salzburg Museum besitzt die Fahne der ersten Gipfelstürmer auf den Großvenediger von 1841. Der Landschaftsfotograf Dr. Karl Kaser hat von 1898 bis 1939 einzigartige Fotos der Hochgebirgslandschaft, von Almen, Hütten und Bergsteigern hinterlassen. Diese werden in einem eigenen Ausstellungsteil in Auswahl zu sehen sein.

Wichtig zur Geschichte der Frauenbewegung im Land Salzburg: Eine Schau „Ungehalten – Irma von Troll Borostyány zum 100. Geburtstag“ wird am Nationalfeiertag eröffnet. Die Lebensgeschichte der Salzburger Frauenrechtlerin und ihr Schaffen als Schriftstellerin stehen im Mittelpunkt dieser Sonderausstellung. Ausgehend davon werden die gesellschaftlichen Probleme der Geschlechterdifferenz thematisiert und ihren historischen Veränderungen nachgegangen. Das Salzburg Museum besitzt Briefe, Fotos, Gegenstände und Bücher aus dem umfangreichen Nachlass der Schwester von Irma von Troll-Borostyáni. Bilder, Fotos und Objekte, die das Frauenleben in dieser Zeit dokumentieren, werden die Ausstellung ergänzen. (Salzburg Museum)

Das Salzburg Museum online: www.salzburgmuseum.at

 

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