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Choreo-Politik und nette Skelette

TANZ_HOUSE FESTIVAL

17/09/21 Die 22. Ausgabe des Festivals steht unter dem Motto HOLD ON und zeigt von 17. September bis 13. Oktober 18 Produktionen von 17 nationalen und internationalen Künstlerinnen. Das Programm spanne „einen Bogen von skurrilen, frechen, humorvollen bis hin zu tiefgründigen und berührenden Produktionen“.

Das Festival ist eine Kooperation von tanz_house, tanzimpulse und ARGEkultur, präsentiert werden sollen jeweils aktuelle Positionen aus den Bereichen Performance und Tanz. Den Auftakt gibt heute Freitag (17.9.) Natalia Castaneira mit Two Bodies. One Distance. „Zwei Körper teilen sich einen Raum und ihre Körperlichkeit ändert sich, je nachdem, wie nah oder fern sie einander sind,“ beschreibt die Performerin ihr Projekt. Wie reagiert der Körper, wenn uns Kontakt verweigert wird? Ist es möglich, auch ohne physischen Kontakt, einem anderen Körper das Gefühl von Liebe, Sicherheit und Komfort zu geben? Wie lange kann eine körperlich distanzierte Gesellschaft bestehen? Das sind einige der Themen, denen Castaneira näher kommen will.

Natalia Castaneira wurde in 1986 in Mexiko geboren. Sie studierte Tanz und Theater an verschiedenen Schulen in Barcelona, Brüssel und Mexiko. 2012 absolvierte sie ihre Ausbildung am SEAD in Salzburg. Als Tänzerin war sie für zahlreiche mexikanische, spanische und österreichische Kompanien tätig. Zurzeit lebt sie in Salzburg, wo sie Tanz und Pilates unterrichtet und ihre Karriere als Choreografin weiterverfolgt. Auf der Bühne steht sie mit Anna Bárbara Bonatto, einer Performerin und Tänzerin mit brasilianischen, US-amerikanischen und italienischen Wurzeln. Sie hat Schauspiel in Los Angeles und Tanz in London studiert und die vierjährige Ausbildung am SEAD absolviert. Auch sie lebt und arbeitet in Salzburg.

Ebenfalls in Salzburg ansäßig ist Rosana Ribeiro, eine Choreographin portugiesisch-brasilianischer Herkunft. Sie studierte an der Zirkusschule Chapitô in Lissabon und schloss ein Bachelorstudium an der Northern School of Contemporary Dance in London ab. Sie arbeitete mit Theatern und Kompagnien wie Cie.7273, Jean Abreu Dance oder Hofesh Shechter. Ihre Produktion Selva spiele in einem Moment, an dem die Zeit stillsteht. Gezeigt werde eine „Reise durch unsere Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft“. Nachgespürt wird den Spuren unserer Vorfahren: Selva sei „ein dichter Dschungel, der auf dem Weg, den Frauen in den letzten 100 Jahren unserer Gesellschaft beschritten haben, entstanden ist“.

In Precarious Moves setzt Michael Turinsky seine Untersuchungen widerständischer choreografischer Gesten im Entwerfen choreo-politischer Ästhetiken fort. Hinterfragt werden sollen persönliche und kollektive Bedürfnisse „in Bezug auf Mobilität und Mobilisierung“. Das Track Dance Ensemble versucht mit seiner Produktion Skeletons Nice zu beschreiben, „was es heißt, in etwas gefangen zu sein, sei es die eigene Situation, oder das eigene Skelett“.

Lawine Torrèn unter der künstlerischen Leitung von Hubert Lepka präsentieren den zweiten Teil ihres Projektes Thetis. Wir erinnern uns. Im Sommer gab es ein Shooting für Film und Foto im Lienbacherbruch in Adnet. „Ausgewählte Bilder und Filmkader daraus nimmt wiederum der Bildhauer Peter Niedertscheider als Vorlage für jene Flachreliefs aus Marmor, die er im dritten Teil kommenden Frühling vorstellen wird.“ Im Rahmen des tanz_house festivals werden in der ARGEkultur die Ergebnisse von Stufe zwei gezeigt, die Bilder. (dpk-klaba)

tanz_house Festival - 17. September bis 13. Oktober - www.argekultur.at
Bilder: www.argekultur.at / Bernhard_Mueller (1); Loizenbauer (1); FOTO_FLAUSEN (1)

 

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