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Hommage für Arabellissima

UNIVERSITÄT MOZARTEUM / EIN ABEND FÜR LISA DELLA CASA

09/04/14 Im Februar dieses Jahres hätte die Schweizer Sopranistin Lisa della Casa ihren 95. Geburtstag gefeiert. Gestorben ist sie im Dezember 2012. Lisa della Casa war „die“ Arabella ihrer Tage. Sie wurde mit dieser Strauss-Partie wie mit keiner anderen ihrer Rollen gleichgesetzt - obwohl sie in einem breit gefächerten Repertoire erfolgreich war. Das Mozarteum widmete der großen Sopranistin einen Abend mit Kolleginnen und Kollegen von damals und heute.

Von Elisabeth Aumiller

Ein kurzer Ausschnitt aus einem Porträtfilm zu Beginn ließ die Erinnerung an die Starsopranistin lebendig werden. 1947 debütierte della Casa als Zdenka in Zürich neben der Arabella von Maria Cebotari, die sich sehr dafür einsetzte, dass die damals unbekannte junge Sängerin auch in Salzburg an ihrer Seite akzeptiert wurde und prophezeite ihr gleichzeitig eine große Zukunft als Arabella, wie della Casa in einer Audioaufnahme selbst berichtete.  

Hannes Eichmann moderierte den Gedenkabend an Lisa della Casa im Gespräch mit Inge Borkh, Olivera Miljakovic, Renée Fleming, Oswald Panagl und Tobias Faltermeier. Thomas Hampson hatte sich aus gesundheitlichen Gründen entschuldigen lassen.

Die 96-jährige Inge Borkh, die bedeutende Elektra ihrer Zeit, erzählte eindrucksvoll von zahlreichen gemeinsamen Auftritten mit Lisa della Casa als ihrer Opernschwester Chrysothemis. Sie seien nie Konkurrentinnen gewesen, sondern hätten wunderbare Zeiten zusammen erlebt, die auch von privater Freundschaft geprägt waren.

„Es ist wichtig, dass wir daran denken, dass es große Sänger gegeben hat, an die wir uns erinnern dürfen“, betonte Inge Borkh, die mit Olivera Miljakovic und der ebenfalls anwesenden Edith Mathis die frühere Sängergeneration repräsentierte. Miljakovic, Landsmännin von della Casas Ehemann Dragan Debeljevic, war als junge Sängerin an vielen Abenden die Zdenka an der Seite della Casas und mit dem Ehepaar freundschaftlich verbunden. „Ich habe sie als Sängerin und Privatperson bewundert, sie war der Star auf der Bühne und gleichzeitig der wunderbare Mensch. Man konnte sich von ihr inspirieren lassen von ihrem beseelten Gesang, jedes Wort war gelebt, sie konnte alles ausdrücken mit ihrer Stimme“, so Miljacovic, für die della Casa auch ein bereicherndes Beispiel und Vorbild für die eigene Entwicklung als Sängerin gewesen sei.

Renée Fleming, die Arabella der bevorstehenden Osterfestspiele bestätigte ihrerseits, wie wichtig Vorbilder für junge Sänger seien, die die reiche Tradition vermitteln und auch richtungsweisend sein können auf der eigenen Suche nach geeigneten Partien. Zudem sei der Geist großer Vorgängerinnen und Vorgänger auf der Bühne zu spüren. Obwohl sie della Casas Arabella nur mittels Aufzeichnungen kenne, sei die Schweizerin für sie, so Fleming, das große Beispiel für die Weiblichkeit, die diese Rolle erfordert. „Das Charisma macht den Star und es gibt heute in der jungen Generation so wenige, die dieses Charisma haben“, bedauerte Fleming, die einst als Studentin im Salzburger Landestheater als Konstanze debütierte. Flemings Lieblingskomponist ist Richard Strauss, und die Marschallin ihre Lieblingspartie. „Seine Musik ist, als ob sie für mich geschrieben wäre“, schwärmte die Sopranistin.

Für Oswald Panagl war einst in Wien die Elektra mit Borkh und della Casa die „Einstiegsdroge“ für die Opernbegeisterung. della Casa habe er in vielen Partien erlebt, als Ariadne, Marschallin, Arabella und in Mozartpartien. Er erzählte auch von der Rivalität der Schwarzkopf mit della Casa, die nach 1960 nicht mehr in Salzburg auftrat und sich wohl auch in Konkurrenz der Festspielstädte für die Münchner Opernfestspiele entschieden hatte, wo sie jahrelang der viel bejubelte Star war. Tobias Faltermeier, der Mitinitiator des „Internationalen Freundeskreises Lisa della Casa“, erzählte seine Geschichte, wie er als 14-jähriger ein Autogramm von der verehrten Arabella erringen konnte. Er machte auch auf die Ausstellung aufmerksam, die vom 15. bis 26. April im Foyer des Mozarteums zu sehen ist.

Im musikalischen Teil des Abends kam die künftige Sängergeneration zu klingendem Wort: Stepanca Pucalkova aus Tschechien, Alice Depret aus Belgien, Seri Baek aus Korea und Oddur Jonsson aus Island zeigten - mm Flügel begleitet von Alessandro Misciasci - ihr Können in Arien und Liedern von Johann und Richard Strauss, Mozart und Otto Nicolai.

Bilder: dpk-au

 

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