Freizeitgestaltung und Arbeits-Ernst

JUGENDPOLITIK / STREUSALZ

20/01/11 "Streusalz" ist ein wichtiger Ansatzpunkt von Streetworking für Jugendliche in Salzburg. Im Zuge der Weiterführung des Projekts sind sich junge Mandatarinnen von SPÖ und ÖVP in die Haare geraten.

„Streusalz“, das Jugendpräventionsprojekt unter Federführung der Stadt Salzburg, geht ins dritte Jahr. Vor allem in den nördlichen Stadtteilen wie Itzling, Lehen, Taxham und Elisabeth-Vorstadt wird gemeinsam mit den Jugendzentren versucht, die Jugendlichen an ihren Plätzen „einzufangen“ und ihr Lebensumfeld positiv zu beeinflussen. Für das Jahr 2011 ist "Streusalz" mit 120.000 Euro dotiert. Der Großteil wird dabei für die Betreuung der Jugendlichen durch Sozialarbeiter aufgewendet. „Dabei vernetzen sich die  mobilen Teams der Jugendzentren verstärkt mit Teams der Jugendpolizei, mit Sportverbänden und anderen städtischen Einrichtungen. Mit dem Projekt Streusalz wurde in den ersten beiden Jahren schon viel bewegt", sagt die ÖVP-Sozialsprecherin Marlene Wörndl.

Sie bekrittelt aber, dass die anderen Parteien heute, Donnerstag (20.1.) der ÖVP die Zustimmung verweigert hätten, Streusalz "in Zukunft auch verstärkt in Richtung Heranführung an das Berufsleben zu positionieren". Begleitende Maßnahmen wie "der Besuch der Berufsinformationsmesse BIM oder eine Kooperation mit AMS oder AHA!-Bildungsberatung wären sicherlich ohne großen Verwaltungsaufwand und kurzfristig umsetzbar gewesen."

Prompt reagierte von SPÖ-Seite Jugendsprecherin Daniela Schinagl auf "die etwas unbedarft wirkenden" Aussagen der Kollegin. Es gebe im Rahmen des Projekts Streusalz laufende Kooperationen mit dem Arbeitsmarktservice und dem Verein "Neustart". Das Streusalz-Team stehe schon bisher auch für Fragen rund um die Berufs- und Arbeitswelt auch für die Jugendlichen zur Verfügung.

Marlene Wörndl (ÖVP) ist das jedenfalls zu wenig akzentuiert: Ein Jugendpräventionsprojekt dürfe "sich nicht ausschließlich damit begnügen, die Freizeit der Jugendlichen zu gestalten. Auch wenn jetzt schon vereinzelt versucht wird, berufsfördernde Maßnahmen in das Projekt einfließen zu lassen, hätte es eines klaren Auftrages der Politik an die Projektteilnehmer bedurft, der Integration von Jugendlichen in den Arbeitsmarkt den Stellenwert einzuräumen, den ein solch wichtiges Anliegen verdient." (ÖVP/SPÖ Salzburg)