„Hier sind Existenzen gefährdet“

CORONA / KULTURPOLITIK

13/03/20 „Gerade in Salzburg ist der Anteil der Kunst- und Kulturarbeit besonders hoch. Daher sind hier viele Menschen existentiell gefährdet“, so Markus Grüner-Musil, Kultursprecher der Bürgerliste/Die Grünen im Salzburger Gemeinderat, angesichts der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie.

Im Zuge der Schließungen von Kultureinrichtung und der Absage von Veranstaltungen kämen schwerwiegende Probleme auf einige Berufsgruppen zu. Künstlerinnen und Künstler, Kulturarbeiter, aber auch viele Selbstständige, die als Dienstleister im Veranstaltungswesen oder in der Kreativwirtschaft im Auftrag von Kultureinrichtungen tätig sind, seien mit existentiellen Problemen konfrontiert. Es treffe besonders viele Einpersonen-Unternehmen. „Viele Kolleginnen und Kollegen aus der Kulturbranche sehen nicht nur kurz- sondern auch mittelfristige Probleme“, weiß Grüner-Musil. „Produktionsaufträge werden auf unbestimmte Zeit verschoben oder ganz gestrichen. Hier sind Existenzen gefährdet.“

Es sei im Eigeninteresse der Stadt, dass die Kulturbranche die Krise einigermaßen gut übersteht. Doch während das Land und der Bund bereits Maßnahmen über einen Rettungsschirm klären, hüllten sie Bürgermeister Preuner und Ressortchef Auinger noch in Schweigen, heißt es in einer Aussendung der Bürgerliste von gestern, Donnerstag (12.3.).

Grundsätzlich sind Fördergelder auch an die Durchführung von Veranstaltungen gebunden. Drohen Rückzahlungsforderungen durch die Stadt? Wenn Veranstaltungen ohne eigenes Verschulden der Förderungsempfänger abgesagt werden müssen und keine Verschiebung möglich ist, sollte die Stadt keine Rückzahlungen einfordern.

Als Beispiel für die Nöte von Künstlern und Kulturarbeitern nennt Markus Grüner-Musil die Initiative der Fachvertretung für Film- und Musikwirtschaft in der Wirtschaftskammer, die gemeinsam mit zahlreichen Institutionen, Verbände und Unternehmern in einem offenen Brief Alarm geschlagen hat. Verschiebungen von Veranstaltungen hätten demnach ebenso gravierende Folgen haben wie Absagen, weil sie später stattfindende Termine blockieren würden. Man rechnet auch mit einem generellen Rückgang bei Ticketverkäufen auch nach der Veranstaltungssperre, viele Veranstalter würden bereits weniger Veranstaltungen für den Rest des Jahres sowie für 2021 planen. Weiter heißt es in dem Schreiben, Kinos, Musiker und Verlage werden bei einem Ausfall von schon wenigen Monaten ums Überleben kämpfen. (Bürgerliste/Die Grünen)