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Vom Ausspionieren und Gedankenlesen

GLOSSE

wthVon Werner Thuswaldner

24/01/14 Eine erste Erfahrung mit der Erkenntnis, ausspioniert worden zu sein, macht ein Kind, wenn der Nikolaus vor ihm steht und vorwurfsvoll aus einem Buch die begangenen Vergehen aus dem vergangenen Jahr verliest. Aha, da gibt es also eine Instanz, die alles mitbekommt, der nichts verborgen bleibt, die mitschreibt und notiert.

Jemand, der bibelfest ist, kann die derzeit gerade in Europa grassierende  Aufregung über Vorratsdatenspeicherung, über Bespitzelung und das Abhören von Handys überhaupt nicht verstehen. In den USA scheint man viel gelassener zu sein. Möglich, dass die vielen Evangelikalen, die sich dort  in der Bibel auskennen, für diese Besonnenheit sorgen. Sie wissen genau, in welche Begeisterung der Psalmist ausbricht, wenn er ruft:

„HERR, Du erforschest mich und kennest mich. Ich sitze oder stehe auf, so weißt du es; du verstehst meine Gedanken von ferne. Ich gehe oder liege, so bist du um mich und siehst alle meine Wege. Denn siehe, es ist kein Wort auf meiner Zunge, das du, HERR, nicht alles wissest.“ (Psalm 139)

Was uns das lehrt? Geheimniskrämerei ist von vornherein völlig sinnlos!

 

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